Märkte

Über ihre Beteiligung an der Sanastera S.p.A. ist die Sanacorp Pharmaholding AG indirekt von der Geschäftsentwicklung der für die Sanastera S.p.A. in Deutschland, Frankreich und Belgien tätigen pharmazeutischen Großhandelsunternehmen abhängig.

Allgemeine Rahmenbedingungen des pharmazeutischen Großhandels

Als Drehscheibe zwischen den Pharmaherstellern und den Apotheken trägt der pharmazeutische Großhandel entscheidend dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Ungeachtet dieser wichtigen Verantwortung wird der pharmazeutische Großhandel sowohl in Deutschland als auch in Frankreich regelmäßig von staatlich dirigistischen Eingriffen mit dem Ziel der Kosteneinsparung beeinflusst.

Generell weist der Arzneimittelmarkt eine Reihe von Besonderheiten auf, durch die er sich von anderen Warenmärkten unterscheidet. Die klassischen Regeln von Angebot und Nachfrage können auf den Arzneimittelmarkt nur bedingt angewendet werden. So ist beispielsweise die Nachfrage des einzelnen Verbrauchers nach Arzneimitteln überwiegend vom Verschreibungsverhalten des betreuenden Arztes abhängig. Neben der auf den jeweiligen Patienten abgestimmten Medikation wird letzteres auch durch gesundheitspolitische Regelungen wie beispielsweise Rabattvereinbarungen zwischen Krankenkassen und pharmazeutischer Industrie beeinflusst.

Neben der Gesundheitspolitik ist der pharmazeutische Großhandelsmarkt in Europa auch von der weiteren Entwicklung alternativer Vertriebsformen wie bspw. dem Internetversandhandel geprägt. Einen hohen Stellenwert für die Geschäftsentwicklung hat auch der Anteil des Direktgeschäfts zwischen pharmazeutischer Industrie und Apotheken.

Marktentwicklung in Deutschland

Die Umsatzentwicklung des pharmazeutischen Großhandels in Deutschland wird maßgeblich durch die Entwicklung der Arzneimittelausgaben geprägt. Angesichts der demographischen Entwicklung und der stetigen Arzneimittelinnovationen ist der deutsche Arzneimittelmarkt grundsätzlich ein Wachstumsmarkt. Gesundheitspolitische Maßnahmen wie beispielsweise das Preismoratorium für Arzneimittel wirken diesem natürlichen Wachstum entgegen. Neben der Entwicklung der Arzneimittelausgaben wird die Umsatzentwicklung des Pharmagroßhandels auch vom Anteil der über alternative Vertriebswege wie dem Direktvertrieb zwischen Hersteller und Apotheke oder dem Versandhandel geprägt.

Zu Apothekeneinkaufspreisen (AEP) bewertet belief sich das Volumen der im Geschäftsjahr 2013 über den pharmazeutischen Großhandel bezogenen Arzneimittel auf insgesamt 27,2 Mrd. €. Dies entsprach einem Anstieg von 7,25 % gegenüber dem Vorjahr (25,3 Mrd. €).

Chart1

Marktentwicklung in Frankreich

Im Geschäftsjahr 2013 sanken die Umsätze mit erstattungsfähigen Arzneimitteln auf dem Pharmagr0ßhandelsmarkt in Frankreich auf 16,7 Mrd. € – ein Rückgang um 2,53 % gegenüber dem Vorjahreswert (17,2 Mrd. €). Auch im Jahr zuvor waren die Umsatzerlöse des Pharmagroßhandelsmarktes schon rückläufig. Grund hierfür war hauptsächlich die auch im Jahr 2013 spürbare Ausweitung des Generikageschäftes.

Chart2

Das über den Direktvertrieb abgewickelte Geschäftsvolumen stagnierte im Geschäftsjahr 2013. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 summierte es sich auf rund 3,2 Mrd. €.